Marlies und Frieder berichten auf
dieser HP über die Bewältigung
ihrer Krebserkrankungen sowie
über die
Whipple-OP von Marlies
Das heutige Datum:

Der Verdacht
Am 14. Dezember 2004 wollte ich am Nachmittag in die Redaktion des ALB BOTE fahren. Ich hatte Redaktionsdienst. Bevor ich
aus dem Haus ging, sucht ich noch einmal die Toilette auf. Ich mußte noch mal pinkeln. Als ich in die Toilette sah, wurde
mir wieder ganz anders, der Urin war rötlich gefärbt. Ich fuhr in die Redaktion, aber die Arbeit ging mir nicht von der
Hand. Ich hatte immer wieder die Färbung des Urins vor Augen. Ich wollte Gewißheit haben und fragte den verantwortlichen
Redakteur, ob ich meinen Hausarzt aufsuchen könne. So suchte ich den Hausarzt auf. Im Urin fand man, wie sollte es auch
anders sein, Blut. Der Arzt fragte mich noch, ob ich Schmerzen habe. Bei Schmerzen hätte er auf Blasensteine als Ursache
der Harnfärbung getippt. So jedoch überwies er mich sofort zum Urologen.
Am nächsten Morgen fuhr ich nach Ehingen in die Sprechstunde des Urologen. Noch vor acht Uhr war ich da.
Ich meldete mich an und übergab die Überweisung. Es dauerte auch nicht lange, da wurde ich aufgerufen. Der Dr. Prang, bei
ihm war ich schon vorher der Prostatauntersuchung wegen, meinte, ich sei ein Notfall und müsse sofort dran kommen. Blut
und Urin wurde untersucht. Desweiteren wurde die Blase mit geschallt und geröngt. Und zum Schluß wurde eine Blasenspiegelung
gemacht. Das war das Unangenehmste. Bei dieser Untersuchung wird ein Endoskop durch die Harnröhre in die Blase eingeführt.
Um in der Blase auch eine gute Sicht zu haben, wird sie noch mit einer Flüssigkeit gefüllt. Nach dem ganzen Prozedere stand
zweifelsfrei fest, ich habe einen Tumor in der Blasenschleimhaut.
Der Urologe wollte mich gleich da behalten und ins Krankenhaus einweisen. Aber ich mußte, zumindest zu Hause Bescheid
sagen und einige Sachen mit ins Krankenhaus nehmen. Am Nachmittag des 15. Dezember 2004 fuhr mich Marlies nach Ehingen. Ich
meldete mich auf der urologischen Staion des Krankenhauses.
Im Krankenhaus
Für den nächsten Tag, es war der 16. Dezember, war der Eingriff geplant. In einem Arztgespräch wurde ich am Vorabend der OP über Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt. Eine Narkoseärztin erschien auch noch. Sie empfahl mir eine Teilnarkose. Dabei wird das Narkosemittel in den Rücken in der Nähe der Lendenwirbel gespritzt. Für die Nacht bekam ich eine Beruhigungspille. Geplant war der Eingriff auf 11 Uhr 45 Minuten. Den Vormittag habe ich verschlafen. Gegen halb eins wurde ich in den Operationssaal gefahren. Im Op angekommen, kümmerten sich Ärzte und Schwestern um mich. Ich bekam die Narkose über den Rücken. Es war ein ganz sonderbares Gefühl. Ich spürte nicht mehr, was so unterhalb der Gürtellinie bei mir geschah. Dann kam der Urologe. Er schob das Endoskop durch die Harnröhre bis in die Blase und entfernte den Tumor mit einer Schlinge. Von all dem spürte ich nichts, obwohl ich voll bei Bewußsein war. Nach nicht einmal einer Stunde war alles vorbei. Ich kam sogleich wieder auf die Station. Die Genesung verlief gut. Fünf Tage nach der OP wurde ich entlassen.
© Hans-Friedrich Büttner
letzte Aktualisierung: 24.07.2007