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Marlies und Frieder berichten auf
dieser HP über die Bewältigung
ihrer Krebserkrankungen sowie
über die Whipple-OP von Marlies

Das heutige Datum:

 

Frieder


Mieze
Cherry

Chronologie meines Blasenkrebes Teil 2

Die Blasenentzündung

Es war wunderschön, wieder zu Hause zu sein. Die Freude trübte sich aber am Nachmittag. Ich bekam Fieber und beim Wasser lassen verspürte ich wieder ein Brennen in der Harnröhre. Die darauffolgende Nacht war eine Tortur. Am nächsten Tag bat ich unseren Sohn, mich wieder ins Krankenhaus zu fahren. Als ich mich auf der urologischen Station meldete, saßen Schwestern und Pfleger im Stationszimmer zusammen. Sie fragten mich, ob ich denn am Vortag kein Rezept bekommen hätte. Es stellte sich heraus, dass man mich mit einer Blasenentzündung entlasen hatte. Im Krankenhaus hatte man vergesse, mich darauf hinzuweisen. Und man hatte vergessen, mir ein Rezept für Antibiotika mitzugeben. Die Blasenentzündung hat mir ganz schön zugesetzt. Weihnachten war gelaufen. Die Feiertage waren eine Qual. Aber nach dem 2. Weihnachtstag besserte sich langsam mein Zustand. Unglaublich!

Am 2. Januar 2005 fühlte ich soweit genesen, dass ich am Nachmittag in meine Redaktion ging.Aber schon der nächste Tag holte mich auf den Boden der Tatsachen zurück, ich bekam eine handfeste Bronchitis. Ich bekam vom Hausarzt wiederum Antibiotika.Die Nächte verbrachte ich in der Wohnstube, im Schlafzimmer war es mir zu kalt. Tagsüber lag ich apathisch auf der Couch. Das Fieber ging nur runter, wenn ich entsprechende Medikamente nahm. Auch diese Zeit des Leidens endet....dachte ich, als ich am 14. Januar einer Einladung zum 50. Geburtstag einer Arbeitskollegin nachging. Die Rache folgte auf dem Fuß. Das Wochenende verbrachte ich wieder auf der Couch mit Fieber und Brennen beim Wasser lassen.....die Blasenentzündung war wieder da. Auch der Notarzt konnte mir keine Linderung bringen. Marlies ging am Montag, dem 17. Januar zum Hausarzt und holte für mich eine Überweisung ins Krankenhaus nach Ehingen.

Wieder im Krankenhaus

Marlies hatte mich telefonisch in Ehingen angemeldet. Der Urologe hatte Marlies Vorwürfe gemacht, dass wir nicht früher kamen. Ich frage mich, warum er nicht sich und den Schwestern und Pflegern der Urologie Vorwürfe machte. Die haben mich doch mit einer Blasenentzündung entlassen. Wie dem auch sei, ich bekam nun die Antibiotika per Tropf im Krankenhaus. Mein Zustand stabilisierte sich langsam aber stetig. Ich fragte den Dr. Prang, ob für mich eine Anschlussheilbehandlung hilfreich sei. Ich glaube, diese Frage mußte er bejahen bei den Fehlern, die in der Urologie mit mir gemacht wurden. Am 26. Januar konnte ich das Ehinger Krankenhaus verlassen. Die Zusage zur AHB kam zunächst per Telefon von der LVA. Einige Tage später erhielt ich die Einladung von der Federseeklinik Bad Buchau. Am 7. Februar konnte ich die AHB antreten.

Die AHB

Zur AHB kam ich nach Bad Buchau. Der Ort liegt eine Fahrstunde südlich von Münsingen. Die Klinik ist riesengroß. Alle Räume sind aber immer trockenen Fußes zu erreichen. Selbst das Kurzentrum kann man über einen Tunnelgang erreichen. Der ersten Anblick des riesigen Bau´s löste bei mir keine Freude aus. Aber ich sollte mich täuschen. Das Zimmer war geräumig, einen Fernseher gab es auch, Telefon war vorhanden. Das Telefonieren war aber eine recht teuere Angelegenheit mir acht Cent pro Einheit. Und wenn ich angerufen wurde, dann zahlte der Anrufer für eine Telefonnummer, die mit 01805 begann, also 12 Cent pro Mutti Minute. Mit dem Stationsarzt war ein gutes Auskommen. Er sprach nach der Eingangsuntersuchung mit mir ab, welche Anwendungen ich bekommen sollte. Das Essen in der Klinik war auch gut. Und Fango, Medizinische Bäder, Massage und Krankengymnastik taten ein Ü,briges. An den Arztvorträgen hatte ich wenig Interesse, befassten die sich doch immer mit Prostataoperationen und deren Folgen. Aber davon war ich ja nicht betroffen. Ich hörte mir aber alles an, was mir da geboten wurde. In der zweiten Woche rief mich mein Bruder an und teilte mir mit, dass unsere Mutter einen schweren Schlaganfall erlitten hatte. Ich sprach mit dem Stationsarzt und bekam ohne Umschweife Urlaub von Freitag bis Sonntag. So war es mir möglich, zusammen mit Marlies und Steffen ins Vogtland zu fahren, um meine Mutter im Krankenhaus zu besuchen. Meine Mutter war beim unserem Krankenbesuch ohne Bewußtsein. Ihre rechte Seite war gelähmt. Aber die linke Hand tastete nach mir, ich spürte, dass sie meinen Bart fühlte. Marlies verbrachte viele Stunden am Krankenbett. Sie las ihr aus einem Buch vor, das Mutti sehr gern hatte. Am Sonntag mußte ich zurück in die Klinik. An den folgenden Tagen waren meine Gedanken immer bei meiner Mutter. Am 23. Februar erreichte mich die Nachricht, dass meine liebe Mutter friedlich eingeschlafen sei, ohne noch einmal das Bewußtsein zu erlangen. Ich bin wirklich froh, dass ich meine Mutter noch einmal besuchte. Am 26. Februar beendete ich die AHB vorzeitig. Wir mußten doch wieder nach Reichenbach. Trotz der widrigen Umstände war die AHB für mich ein Erfolg.

Die Aussichten

Jetzt muß ich aller drei Monate zur Nachsorgeuntersuchung. Das heißt, dass ich aller Vierteljahre eine Blasenspiegelung machen lassen muß. Ich nehme das alles aber gern in Kauf, weiß ich doch, dass nur so bei einem Rezidiv rechtzeitig eingegriffen werden kann.
Die erste Nachsorge habe ich nun auch hinter mir. Am 14. März war ich beim Urologen. Der machte Ultraschalluntersuchung und eine Blasenspiegelung. Er sagte, alles sei wie neu und meinte damit die nachgewachsene Blasenschleimhaut. Auch sonst könne er keine Veränderungen entdecken. Ich sagte ihm, wäre er eine Frau, ich fiele ihm sofort um den Hals. So aber müsse er sich mit einem Dankeschön begnügen. Die zweite Nachsorgeuntersuchung am 14. Juni war ebenfalls zur vollsten Zufriedenheit.

Am 16. September 2005, einen Tag nach meinem 61. Geburtstag, war ich wieder zur Nachsorgeuntersuchung, Blasenspiegelung inklusive. Der Arzt sagte, es sei alles o.k. und drückte mir die Hand. Na, da fiel mir aber wieder ein Stein vom Herzen. Der nächste Termin ist dann im Januar 2006.

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© Hans-Friedrich Büttner
letzte Aktualisierung: 24.07.2007