Kennt ihr das auch, das Bestellsystem beim Arzt. Zunächst ruft man an. Mir der freundlichen Sprechstundehilfe vereinbart man einen Termin. Mittwoch 10.20 Uhr, so könnte der Termin lauten.

Am Mittwoch geht mal lieber etwas früher. Alle Unterlagen hat man mitgebracht, das kleine Krankenkassenkärtle ist auch zur Hand. Nach der Anmeldung geht man ins Wartezimmer. Das hat seinen Namen zurecht. Schließlich heißt dieser Raum nicht „Schnellabfertigungskammer“. Man wartet. Wer war eigentlich nach mir gekommen? Ach ja, der ältere Herr wurde schon aufgerufen. Vermutlich musste er zum Zucker messen kommen. Dazu braucht er nicht den Arzt, das macht die Zuckerschwester.

Mein Gott, schon 10.50 Uhr und noch immer nicht den Arzt gesehen.

Eine Patientin kommt aus den ärztlichen Gemächern. Fünf Becher von dem kalten Mineralwasser soll sie trinken, teilt sie ihrer Bekannten mit. In zwei Stunden. Gluck, gluck, der erste Becher ist geleert. Nummer zwei, drei und vier folgen in den nächsten zehn Minuten. Wenn die so weiter macht, hat sie in zwei Stunden zwanzig Becher geleert.

Ein bis zum Knie verbundener Fuß kommt hereingehumpelt. Oh je, nur gut, dass ich den Fuß nicht gebrochen habe.

11.10 Uhr. Das gibt wieder Ärger mit der Frau zu Hause. Die denkt, ich mach mir beim Arzt einen Bunten. Dabei sitz ich hier wie auf Kohlen.

Endlich, nach einer Stunde des Wartens holt mich die Sprechstundenhilfe. Ganz artig setz ich mich im Sprechzimmer auf den mir zugewiesenen Stuhl. Warum heißt das Sprechzimmer eigentlich Sprechzimmer, grüble ich während ich jetzt hier auf den Arzt warte.

Dann kommt der Herr in Weiß. „Ja, mei, wo fehlts denn heute?“, fragt er.

„Danke, mir geht´s bestens. Ich brauche nur ein paar Aspirin und etwas gegen hohen Blutdruck. Ich bin immer so erregt, wenn ich spät nach Hause komme.“