Die Strecke von Ulm nach Oberdischingen ist ein Teilstück des Schwäbischen Jakobswegs. Der Weg ist auch für Ungeübte gut zu laufen.

Heute war schönes Wanderwetter. Das hat mich veranlaßt, diesen Weg zu gehen. Ich gehe am liebsten ganz alleine mit meinem Rucksack. Da kann man so schön seinen Gedanken nachhängen. Bisher habe ich versucht, auf jeder Wanderung dieses „Alleinsein“ zu geniessen. Wenn man so richtig „mit sich selbst“ ist, kann man auch vielleichter Höhenunterschiede bewältigen. Die Anstiege waren heute aber nicht leicht zu gehen. Etwa 280 Hohenmeter muss man von Ulm bis Oberdischingen hoch steigen. Das ist auf einer Strecke von etwas mehr als 20 Kilometern fast gar nichts.

Zwei nette Begegnungen hatte ich unterwegs.

Auf dem Hochsträß, so nennt man den Höhenzug zwichen Donau- und Blautal, sah ich eine Frau auf einer Wiese. Es sah aus, als sammelte sie etwas auf. Es wäre doch möglich gewesen, dass sie ein Kraut sammelt, schließlich war erst gestern Mittsommernacht. Und da gibt es bekanntermaßen viele sammelnswerte Kräuter. Ich fragte einfach. Sie meinte, dass sie nichts besonderes sammelt. Sie hat sich „nur“ eine kleinen Wiesenstrauß gepflückt. Kleine Wiesensträuße kosten nix, außer, dass man sich ab und zu mal bückt. Und das tut dem Körper gut.

Eingangs von Oberdischingen steht ein Inri. Das Kreuz ist aus Stein gearbeitet. Ich war schon öfters an diesem Inri. Heute sah es aus wie neu. Ich fragte eine Frau, deren Haus offenbar gleich neben dem Kreuz steht. Sie sagte, dass das Kreuz nicht nue ist. Es wurde aber vor ein paar Wochen renoviert. „Nur ein kleines Bänkle fehlt noch.“, fügte sie hinzu. Da lies meine gewanderten Kilometer noch einmal Revue passieren. Ich mußte konstatieren, dass es auf dem gesamten Weg nur am Schloßberg in Erbach drei oder vier Bänke gab. Das ist wenig für einen Jakobsweg.

Es war für mich ein schöner Tag. Wandern bereitet mir eine besondere Freude.

Auf einem Jakobsweg zu gehen ist immer etwas Besonderes.