Begegnung mit mir Bekanntem

Für den 2. Mai hatten wir uns vorgenommen, an den Mummelsee zu fahren und auf die Hornisgrinde zu krabbeln. Zu jedem Wanderbericht gehören auch ein paar Angaben übers Wetter. An diesem Tag war es wie immer. Es war früh neblig. Hätten wir vorher gewußt, dass am Nachmittag die Sonne raus kommt, wären wir sicherlich später losgefahren.
Wir sind die Murgtalstraße in Richtung Forbach gefahren. Bei Raumünzach nahmen wir die Straße in Richtung Sand. Unterwegs kamen wir an der Schwarzenbachtalsperre vorbei. Dies Talsperre kenne ich, aber nur vom gegenüberliegenden Ufer her. Da führt nämlich der Westweg vorbei. Wenn man von Forbach losgeht, muss man zunächst eine ganze Weile bergan gehen bis zur Schutzhütte „Wegscheid“. Von da an geht es moderat bergab und nach wenigen hundert Metern dann an der Talsperre entlang. Dieser Wegabschntt bietet ein wenig Erholung bevor es dann auf einem steinigen Weg hinauf zu „Badener Höhe“ geht. An all das mußte ich denken, als wir auf einem Parkplatz an der Talsperre Halt machten.

Schwarzenbachtalsperre

Am Schwarzenbachstausee

Talsperre Schwarzenbach

Der Stausee vom Westweg aus gesehen

Das Bild ist älter als fünf Jahre. So sah damals die Schwarzenbachtalsperre aus.

Nachdem die Talsperre passiert ist, kommt man in den früheren Kurort Sand. Eigentlich gab nur die Kurklinik Sand diesen paar Häusern den Namen. Heute sieht alles ein bissel zerfallen aus. Schade.

In Sand biegt man auf die B 500 ein in Richtung Freudenstadt. Am Hundseck und am Hochkopf geht’s vorbei. Übrigens, die Hochkopfstube in Unterstmatt kann man auch empfehlen für eine Übernachtung auf dem Westweg. Ausgeruht geht man am nächsten Tag über den Ochsenkopf auf die Hornisgrinde, um dann wieder abzusteigen zum Mummelsee. Wir merkten von alldem nichts, wir brausten mit dem Auto vorbei und hielten auf dem Parkplatz am Mummelsee. Mich wundert’s, dass hier noch keiner auf die Idee kam, kostenpflichtige Parkplätze einzurichten.
Schnell tauschten wir die Straßenschuhe gegen die Wanderschuhe und schauten erst mal interessiert in den See.

Die Wanderschuhe angezogen und los geht’s.

Am Mummelsee

Am See findet man auch Wissenswertes über den Mummelsee.

Wissenswertes vom Mummelsse findet man auf dieser Tafel.

Auf dem Bild kann man nicht richtig erkennen, was da geschrieben steht. Deshalb füge ich den Text hier ein.

Der Mummelsee – 240 lang, 192 Meter breit und bnis zu 18 Meter tief – war schon im Mittelater als „Lacus mirabilis“ (Wundersee) berühmt. Sein Name kommt von den Mummeln, den Nixblumen, oder Seerosen, aus denen der Volkmund Nixen gemacht hat, die auf dem dunklen Seegrund wohnen. Von ihnen erzählt die Sage, wie sie sich des Nachts bei frohem Gesang im Reigen über dem Wasser drehen und Schlag ein Uhr vom Seekönig in die Tiefe zurückgeholt werden. Auch als hilfreiche Seeweiblein erschienen sie in den Sagen der umlkiegenden Dörfer. Dort helfen sie beimSpinnen, aber menschliche Profitgier hat sie vertrieben.
Zu allen Zieten hat der sagenumwobene See die Phantasie der Menschen angeregt. Grimmelshausen schreibt vom Mummelsee in seinem Simplizissimus, und der Jesuit Athanasius Kircher hat hier Untersuchungen durchgeführt und darüber 1678 in seinem Werk „Mundus subterreanus“ berichtet: Weder Fische noch andere Tiere könnten im See leben, und wenn Jemand eine Stein hineinwerfe, breche sogleich ein Unwetter los. Ein badischer Markgraf habe geweihte Eicheln in den See geworfen und durch diese Freveltat ein schauriges Ungetüm aus dem See beschworen.
Der Mummelsee hat besonders Künstler der Romantik in seinen Bann gezogen. Ein Beispiel ist die Ballade „Die Geister am Mummelsee von Eduard Mörike.
Geschichtliche Tatsache ist, „daß im trockenen Sommer 1471 die Müller im Achertal um den Mummelsee waren, denn man mußt den See angraben uf den Grinten, daß man uff der Acher malen möcht.“

Nun haben wir genug erfahren über den See, jetzt wollen wir endlich auf die Hornisgrinde gehen. Wir benutzendie Straße, die hinter dem neu erbauten Mummelseehotel hoch auf die Hornisgrinde führt. Die gleichmäßige Steigung ist einfacher zu bewältigen als der Weg, auf dem wir absteigen.

Nebel wohin man schaut

Jaja, der Nebel versperrte uns die Sicht. Schade, aber nicht zu ändern. Dafür waren die Temperaturen erträglich. Und das ist doch auch etwas wert, wenn man auf einen Berg steigt.
An einigen Stellen lag sogar noch Schnee, aber das ist für die Berge im Schwarzwald nicht ungewöhnlich.

Der Hornisgrindeturm

Oben angekommen ist der Hornisgrindeturm nicht zu übersehen. Auf dem kleine Bild steht, dass der Hornisgrindeturm im Jahre 1910 erbaut wurde. Vor drei Jahren hatte er also seinen 100. Geburtstag.
Wir rasteten erst mal und sahen wir uns auf dem Berg um. Auf der Hornisgrinde ist ein Hochmoor, ein doch etwas sensibler Teil der Natur.
Auf der Hornisgrinde gibt es noch einige Bauwerke. Für eine schöne Aussicht ist der Bismarckturm interessant.

Die Hornisgrinde

Bei Nebel nützt jedoch auch der höchste Turm nicht, da sieht man eben noch viel mehr Grau. Dank der roten Jacke war aber meine Frau gut zu erkennen. 🙂

Ein Blick vom Bismarckturm

Unübersehrbar sind die Windräder und die Sendeanlage des SWR.

Windräder auf der Hornisgrinde

Für den Abstieg wählten wir den Westweg. Vorbei an der Bergwacht

Die Hütte der Bergwacht

und über diese Steine

Abwärts … über Stock und Stein

gelangten wir schnell wieder hinunter zum Mummelseehotel.

Das Mummelseehotel

Übrigens, vor etwa fünf Jahren wanderte ich das erste Mal auf dem Westweg. Ende April 2008 kam ich auch am Berghotel Mummelsee vorbei. Als ich in Basel ankam, wurde mir gesagt, dass das Mummelseehotel abgebrannt sei. Da war ich also einer der letzten, der das Hotel noch gesehen hatte.

Natürlich suchten wir auch den „Schwarzwaldladen“ auf, in dem es alles Mögliche zu kaufen gibt. Am wertvollsten, so scheint mir, ist noch das schmackhafte Holzofenbrot und der „Schwarzwälder Schinken“.

Wirf fuhren nun noch zum Ruhestein und nahmen dort eine gute warme Suppe zu uns. Zurück nach Simmerfeld fuhren wir über Kniebis und Freudenstadt.

Für mich war das Wiedersehen mit dem mir bekannten Weg sehr schön. Viele Erinnerungen lebten wieder auf. Und für meine Frau war es auch interessant, mit eigenen Augen zu sehen, wo ich schon überall herumgekraxelt bin. Für mich war es heuer die Begegnung mit Bekanntem.

4 Kommentare

  1. Lieber Frieder,
    schön, deinen Bericht zu lesen und die Bilder anzuschauen. Wir waren ja auch gerade da, allerdings sah es da noch ganz anders aus am Mummelsee und auf der Hornisgrinde vor lauter Schnee. Dein Bericht weckt schöne Erinnerungen bei mir. Dankeschön dafür. 🙂
    Viele liebe Grüße an euch
    von Katrin

    • Hallo liebe Katrin,
      eure Schneeschuhwanderung hat mich mit inspiriert, auch zum Mummelsee zu fahren.
      Ich war schon öfters auf der Hornisgrinde und finde sie immer wieder schön. 🙂

      Viele liebe Grüße an euch
      von Frieder

  2. Hallo Frieder,
    ach herrlich die Gegend jetzt mal wieder ohne Schnee zu sehen – auch der Nebel hatte hier doch bestimmt was mystisches oder ?
    Ich freu mich schon auf den Sommer da werd ich bestimmt auch mal wieder oben sein.
    Liebe Grüsse Angelika

    • Hallo liebe Angelika,
      ich war ja schon öfters auf der Hornisgrinde. Ich kam von verschiedenen Seiten und bei verschiedenem Wetter, bei Schnee, bei Sonnenschein und bei Regen. Der Nebel hatte mir noch gefehlt. 🙂
      Ich finde die Hornisgrinde immer wieder schön.

      Viele liebe Grüße
      von Frieder

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