Wir waren im Vulkan

Das Wetter am Pfingstmontag in diesen Jahres sollte eigentlich instabil sein, wenig Sonnenschein, etwas Regen. Schnee war nicht vorhergesagt. 🙂 Also beschlossen meine Frau und ich, den eventuell kommenden Tröpfchen zu widerstehen, sie gar nicht zu beachten. Nach dem Mittagessen luden wir die Wanderschuhe und den Rucksack ins Auto und fuhren auf der A 8 in Richtung Stuttgart. Bei Weilheim an der Teck verließen wir die Autobahn, fuhren in Richtung Bissingen und bogen kurz vor dem Ort links ab, um nach Ochsenwang zu kommen. Kurz vor dem kleine Örtchen geht’s links zum Wanderparkplatz. Einige Ausflügler hatte ihr Auto auf diesem Parkplatz stehen. Unser kleines Auto hatte hier auf jeden Fall auch einen Platz.
Ein Blick zum Himmel, jawohl, der Herrgott hat heute etwas für die Wanderer übrig.

Zunächst mussten wir einen kleinen Anstieg zum Breitenstein bewältigen, aber nur einen kleinen, und schon tat sich ein Ausblick auf, der uns ein „ach wie schön“ entlockte. Einige Familien mit Kindern waren da, aber hier ist ja genug Platz.

Breitenstein

Von hier aus auch konnten wir auch gut zum Nachbarn, zur Burg Teck schauen.

Burg Teck

Unten, sozusagen zu Füßen des Felsens, liegt Bissingen Teck

Bissingen

Für meine „Kräuterhexe“ war der Weg eine wahre Fundgrube. Der Bocksklee erregte gleich ihre Aufmerksamkeit.

Bockshornklee

Das intensive Gelb der Butterblume im Kontrast zum dunklen Grün der Wiese hat etwas an sich, so dass man gleich fotograferen muss.

Butterblume

Und die Bäume, die auf der Albhochfläch zu sehen sind, sind oft außergewöhlich. Obwohl der Stamm hier schon so richtig zerfledert ist, hat dieser Baum hier ein geschlossenes Laubdach.

Baum mit beschädigtem Stamm

Meine Kräuterfrau bannt noch ein paar Exemplare auf die Speicherkarte (noch vor ein paar Jahren hätte man gesagt, auf den Film 🙂 ).

mein Kräuterweiblein

Der Wald, der hier am Albtrauf steht, ist ein Bannwald. Er soll sich, so ist auf dem Schild zu lesen, ungestört zu dem „Urwald von morgen entwickeln.“

Hinweis zum Bannwald und zum HW1

Hier verläuft auch der „Schwäbische Alb Nordrandweg“, der von Donauwörth bis nach Tuttlingen führt. Eine Wegbeschreibung des HW1 findet man hier HW1 – Nordrandweg

Am oberen Bildrand sind ein paar Häuser von Ochsenwang zu erkennen.

Ochsenwang

Jetzt steigen wir eine kleine Anhöhe hinan. Als wir oben zurück schauen, sehen wir wieder die Burg Teck.

B urg Teck

Natürlich möchte meine Marlies die Burg auch fotografieren.

Die Burg Teck wird fotografiert

Und immer wieder diese wunderbaren Bäume, ein richtiges Exemplar für ein „Vierjahreszeiten-Bild“. Dazu müßte ich dann in drei, sechs und neun Monaten an die gleiche Stelle gehen und den Baum fotografieren. Das kann ich mir vornehmen, aber ich es dann auch realisiere?

Ein besonderer Baum

Und dieser Baum hier ist doch ein richtiges Prachtstück, aber er ist wohl nicht „dein Baum“, Katrin.

Baum in voller Blüte

Am Horizont zieht eine „Wand“ auf. Sollten wir doch noch nass werden?
Zunächst wird aber erst dieser „Wiesenstorchschnabel“ fotografiert.

Wiesenstorchschnabel

Nun beginnt es doch zu tröpfeln. Aber dafür sind wir doch gut gerüstet.

es tröpfelt

Bevor wir zur Ziegelhütte kommen, können wir gut in die Zipfelbachschlucht schauen.

Zipfelbachschlucht

Kurze Zeit später begrüßt uns dieser nette Kerl hier. Wir sind in der Ziegelhütte angekommen. Der Regen hatte uns nicht eingeholt.

Der Drachen an der Ziegelhütte

Eigentlich ist es klar, Feiertag und Regen, da muss ja die Vesperstube randvoll sein. So war es auch. Aber für zwei Wanderer wird doch noch ein Plätzchen sein. So war es auch. Wir saßen zwar nicht an einem Tisch, aber wir saßen auf der kleinen Bank nebeneinander.
Die Schlange am Tresen wurde auch zunehmend kleiner. So dauerte es gar nicht lange und wir hatten ein Vesper vor uns stehen.

In der Maarstube.

Wir hatten auch nette Leute am Tisch. So kam es dann auch zu einer netten kleinen Unterhaltung.

Eine Frau aus dem nahen Bissingen erzählte uns ihre heutige Geschichte.
Am Vormittag hatten sie und ihr Mann das Auto von Bissingen zur Ziegelhütte gebracht. Dann sind sie zurück nach Hause gelaufen um am Nachmittag zur Vesperstube zu wandern und dann mit dem Auto nach Hause zu fahren. Das Vorhaben hat auch geklappt. Nur ein winzige Kleinigkeit trübte den Pfingstmontag. Als das Ehepaar vorm eigenen Auto stand, bemerkten beide, dass sie den Autoschlüssel zu Hause hatten liegen lassen. So ein Pech für den Gatten. Er musste zu Fuß zurück um den Schlüssel zu holen.

Marlies kaufte sich noch ein Stückchen Käse, denn der Käse von der Ziegelhütte ist besonders gut.

Ziegelhütte

Übrigens ist die Ziegelhütte nicht nur Vesperstube und Hofladen. Die Ziegelhütte ist in erster Linie ein pädagogisches Projekt. Hier finden Jugendliche mit „Lern-/Konzentrationsschwächen, Probleme in Beziehung und Realitätswahrnehmung, mangelnder Konfliktfähigkeit, Orientierungslosigkeit, fehlender Selbstwahrnehmung, innere Vereinsamung“ Hilfe und Unterstützung.

Weiter führende Informationen gibt es hier Jugendhilfe Ziegelhütte

Von der Ziegelhütte ist es gar nicht weit bis zum „Otto-Hofmeister-Haus“.

Otto-Hofmeister-Haus

Gleich nachdem Biergarten biegt der Wanderweg rechts ab. Vorbei an einer Pferdekoppel führt ein Bohlenpfad über das Schopflocher Moor. Zuvor jedoch begrüßt uns dieser liebe Kerl.

Ein Esel in einer Koppel nahe des Otto-Hofmeister-Hauses

Der Weg über die Bohlen ist stabil, da muss keiner Angst haben.

Das Schopflocher Moor

Am Rand des Weges kann man diese schönen Sumpfdotterblumen ansehen.

Sumpfdotterblumen

Am Ende des Bohlenpfades ist dieser winzige Weiher zu sehen.

Ein Weiher im Moor

Jetzt tut sich noch einmal ein schöner Blick auf die „Drei Kaiserberge“ auf.

„Drei Kaiserberge“

Jetzt haben wir noch einen Weg über diese Betonplatten vor uns,

Auf dem Weg zum Parkplatz

duchqueren Ochsenwang

Ochsenwang – Kirche

und befinden uns auf dem Weg zum Parkplatz, auf dem unser Auto steht.

Der Weg zum Parkplatz

Wir hatten einen schönen Nachmittag verbracht. Gerade als es regnete, saßen wir in der Maarstube, der Vesperstube der Zeigelhütte.

Und jetzt muss ja noch erklären, wieso wir im Vulkan waren.
Das Randecker Maar ist ein ehemaliger Vulkanschlot am Rande des Albtraufs der Schwäbischen Alb bei Ochsenwang, einem kleine Dörfchen, das zur Gemeinde Bisssingen gehört.
So gesehen, haben wir diesen Nachmittag im Vulkanschlot verbracht.