Arnegg – Klingenstein – Klingensteiner Wald – Arnegg

Gestern hatte ich meine Arbeiten Weihnachten unterbrochen.
Jaja, es stimmt schon, ich bin zur Zeit häufig schon auf Weihnachten eingestellt.
Wann sonst sollen die Lausägearbeiten für Weihnachten fertig werden wenn nicht im Sommer. Im Dezember ist es zu spät.

Aḿ frühen Nachmittag fuhr ich nach Arnegg, um die kleine Runde über Klingenstein und den Klingensteiner Wald zurück nach Arnegg zu gehen.

An der alten Kirche in Arnegg findet man immer einen Parkplatz.

Nach wenigen Minuten hatte ich die Blau erreicht. Man erkennt das gemütlich dahin fließende Bächlein gar nicht wieder, wenn man sich an den Blautopf in Blaubeuren erinnert. Dort erblickt es das Licht der Welt, um sich auf den Weg nach Ulm in die Donau zu machen.

Gemütlich fließt die Blau dahin.

Impressionen von der Blau.

Wer mag, kann kurz vor Klingenstein über eine Fußgängerbrücke nach Herrlingen gehen und sich die Kirche dort anschauen. Das kann man aber auch tun, wenn man die Tour von Herrlingen aus über Weidach und die Weidacher Hütte ins „Kleine Lautertal“ geht.

Am Ortseingang von Klingenstein thront oben das Klingensteiner Schloß.

Infotafel zu Klingenstein

Schloss Klingenstein

Hier wechselt man die Straßenseite und geht ein paar Meter zurück in Richtung Arnegg. Hier führt der Weg bergan zu einem Felsen, auf dem eine Bank zum Rasten einlädt. Von hier aus hat man einen wunderbaren Ausblick auf das Blautal und auf das „Kleine Lautertal“.

Herrlingen und das „Kleine Lautertal“

Der Wanderweg führt wenige Meter vom Felsen entfernt ins Freie. Von hier aus kann man schon auf den „Oberen Eselsberg“ sehen. Da liegen neben dem Bundeswehrkrankenhaus und den Uniklinken auch wissenschaftliche Einrichtung großer Firmen wie Siemens u.a.

Aber das interessiert mich an diesem Tag recht wenig. Heute gehe ich den Weg quer über Felder in Richtung Harthausen.

Ich wählte die Richtung Harthausen.

Ein Blick zurück zeigt im Hintergrund noch einmal den Eselsberg von Ulm.

Ein Blick zurück – der Eselsberg in Ulm

Hier entschloss ich mich, durch den Wald ein paar Umwege zu gehen.

Hier schaue ich auf mein Garmin. Die bis jetzt zurückgelegte Strecke ist mir zu kurz. Also tauche ich ein in den Schatten spendenden kühlen Wald. Auf den Wegen macht es Spaß zu gehen. Auch die kleinen Steigungen lassen sich mühelos bewältigen.

Hier komme ich dann auch an einer Hütte vorbei, die für Forstarbeiter errichtet wurde. Eine Bank vor der Hütte lädt zum zum Verweilen ein. Die Beine von mir gestreckt geniesse ich den Augenblick. Keine Fliege und keine Mücke stört die Stille.

An der Waldhütte traf ich das Paar, das sich im Vogtland auskannte.

Nach einiger Zeit kommen zwei ältere Herrschaften, eine Frau, die zum Gehen einen Stock benötigte und an ihrer Seite ein ältere Mann.
Ich komme mit den Beiden ins Gespräch.
Wir unterhalten uns über Dieses und Jenes, über die wunderbare Luft im Wald und anderes.
Dann fragt mich die Frau, woher ich eigentlich komme.
„Ich komme aus dem Vogtland.“, antworte ich.
„Dahin haben wir mal eine Busreise gemacht.“, ergänzt der Mann.
„Wir waren in einem Museum. Da gab es Klöppeleien. – Nein, Spitzen. Wo war das denn gleich?“ sinnierte er.
„In Plauen.“ half ich ihm auf die Sprünge.“

„Da steht doch auch die große Brücke, wie heißt die gleich?“ fuhr die Frau fort.
„Ja“, sage ich, „das ist die Göltzschtalbrücke. Ich wohnte etwa zwei Kilometer von der Brücke.“

So unterhielten wir uns noch eine ganze Weile.
Ich verabschiedete mich von den Beiden und spürte in mir ein sehr gutes Gefühl. Ich war richtig „aufgedreht.
Mitten im Klingensteiner Wald treffe ich zwei mir fremde Menschen, die mein Vogtland kannten. Ist das nicht wunderbar?

Zügig ging ich die letzten Kilometer bis zum Parkplatz.
Die Begegnung mit dem Paar hat die kleine Runde noch viel schöner gemacht als sie ohnehin schon ist.

4 Kommentare

  1. Lieber Frieder,

    das sind die Tage, mit den kleinen und großen Begegnungen, die das Herz berühren und immer da drin bleiben.
    Wunderschön, ich hab es richtig gespürt, dein gutes Gefühl.

    Liebe Grüße
    Elke

    • Hallo liebe Elke,
      du bringst es auf den Punkt. Nach der Begegnung war ich mit mir und der Welt so richtig zufrieden. Diese kleinen Begegnungen sind unschätzbar wertvoll.
      Viele liebe Grüße
      von Frieder

  2. Lieber Frieder,
    seit gestern habe ich endlich wieder mein Notebook und kann deinen Bericht lesen (und hoffentlich auch nach und nach alle anderen). Das war ja wirklich ein schöner Zufall, eine schöne Begegnung, und ich kann mir vorstellen, wie sich das bei dir nach Heimat angefühlt hat.
    Als ich im Vogtland wandern war, habe ich zufälltig die Nachbarn meines früheren Studienfreundes getroffen, das war auch klasse. 🙂
    Wie klein die Welt da plötzlich wird.
    Ich wünsche euch ein wunderschönes Sommerwochenende und schicke euch ganz liebe Grüße
    Katrin

    • Liebe Katrin,
      das ist aber schön, dass du nun dein Notebook wieder seinen Dienst aufnimmt. 🙂
      Du hast recht, manchmal ist die Welt ein Dorf.
      Ich hatte mich gefreut wie ein Schneekönig, als sich die Beiden als „Vogtlandkenner“ zu erkennen gaben.
      Mir waren auf einmal die Fremden ganz nah. 🙂

      Ich wünsche euch beiden auch ein wunderschönes Sommerwochenende.

      Viele liebe Grüße
      von Frieder

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