Das Wahrzeichen von Eybach - der Himmelfels

Für den Dienstag, den 19. August, hatte ich mir vorgenommen, eine Tour aus Bruckmanns Wanderführer „Die 40 schönsten Touren – Schwäbische Alb“ zu gehen. Ich suchte mir die Tour Nr. 10 „Auf den Höhen um Geislingen“ aus.

Ich hatte schon bei der Suche des beschriebenen Wanderparkplatzes meine ersten Probleme. Als ich mich so umsah, bemerkte ich einen älteren Herrn, der in seinen Kleingarten gehen wollte. Kleingärtner, war mein Gedanke, kennen sich aus in ihrer Gegend. Deshalb sprach ich ihn an. „Richtung Schnittlingen wollen Sie? Da sind Sie hier ganz falsch.“ Er überlegte einen kurzen Moment und sagt zu mir: „Ich setze mich in mein Auto und Sie fahren mir hinterher. Ich bringe Sie dahin, wo Sie hin wollen.“ Und eh ich mich schon mal bedanken konnte war er los gefahren. Vielleicht einen Kilometer weiter geleitete er mich auf den von mir gesuchten Parkplatz. Ich bedankte mich und wollte noch wissen, wer mich so gut und unkompliziert geführt hatte. Der Mann winkte aber nur ab und sagte noch, es sei schon so gut gewesen.

Ich möchte mich auf jeden Fall noch einmal bei diesem Mann recht herzlich bedanken. Diese nette Geste hat mir Geislingen gleich näher gebracht.

Vom Parkplatz aus führt der Weg zunächst sehr steil in Serpentinen nach oben.

Auf dem Weg zum Anwandfels

Der Weg ist an diesem Stück ein Pfad, ausgewaschen, steinig aber trotz des Regens der vergangenen Tage nicht rutschig. Dann ragte vor mir auf einmal ein steiler Felsen in den Himmel. Die „Rote Raute“ auf weißem Grund zeigte mit den Weg nach oben auf den „Anwandfelsen“.

Nur noch wenige Meter bis nach oben.

Wenig später konnte ich einen wunderbaren Ausblick auf Geislingen geniessen. Man sieht die Stadt im Talkessel liegen, kann erkennen, wie sich die Eisenbahn durch das Gelände windet. Ich bin zwar schwindelfrei, vermied es aber trotzdem, ganz nach vorn an die Felskante zu treten.

Hier ein Blick auf Geislingen vom Anwandfels

Nun konnte ich an der Talkante auf einem Waldweg weiter wandern. Jetzt begann es auch ein wenig zu tröpfeln, viel war es aber nicht, was da von oben kam. Mir war es recht.

Der Weg auf der Albhochfläche

Ich suchte nun den in der Wegbeschreibung vermerkten „Drehfels“, konnte ihn aber nicht finden. Da der Hang an der Talkante immer stark von Bäumen bewachsen war, ist mir vermutlich keine gößere Sehenswürdigkeit entgangen.

Den Abzweig zum Himmelfels hätte ich fast verpasst. Ich fand kein Schild, das mir den Weg gewiesen hätte. Zum Glück hatte ich mir den GPS-Track heruntergeladen. Der zeigt mir: „Hier musst du durch dieses hohe nasse Gras gehen. sonst bleibst du ewig auf der Albhochfläche!“

Der Weg zum Himmelfels war zugewachsen.

Diesem Argument konnte ich nicht widersprechen. Was solls, Augen zu und durch. Nach vielleicht zwanzig Metern wurde aus dem nassen Gras wieder ein Wanderweg. Nun zeigte sich auch wieder die „Rote Raute“. Da wurde mir doch der Weg gleich wieder sympathisch.

Auf dem Weg zum Himmelfels.

Wenig später war ich am Himmelfels. Der Himmelfels ist das Wahrzeichen des kleinen Ortes Eybach, der am Fuß des Felsens liegt. Die Geschichte der Burg „Hoheneybach“, die sich auf dem Felsen befand, hat die Ortsgruppe Eybach des SAV aufgeschrieben und auf einer Schautafel am Felsen für alle Interessierten veröffentlicht.

Geschichte des Himmelfels, aufgeschrieben von der Ortsgruppe Eybach des SAV.

Tief hinunter gehts vom Himmelfels

Nachdem ich mich ausgiebig auf dem ehemaligen Burggelände umgesehen hatte, ging ich weiter. Der Weg führte nun recht steil nach unten. Und wieder war es mein „Garmin“, dass mich sicher ins Dorf geleitete. Die „Rote Raute“ war im Wald etwas versteckt. Den Weg dahin musste man sich selber suchen.

Und wieder war der Weg nach unten versperrt.

Aber nun war ich doch in Eybach. Eybach ist ein schönes schmuckes kleines Dorf. Hier ist auch der Sitz der Grafen von Degenfeld. So ist es nicht verwunderlich, dass hier auch eine „von Degenfeld-Str.“ existiert.

Sitz der Grafen von Degenfeld

Ich schlenderte durch das Dorf, konnte den kleinen Dorfbrunnen bewundern. Fröhlich plätscherte das Wasser aus dem Brunnen. So fröhlich sah der Brunnen auch aus. Auf den Schild gegenüber des „Adlerbrunnens“ kann der Besucher auch die Geschichte dazu lesen.

Der Adlerbrunnen auf dem Dorfplatz.

Ich finde die Schilder wie oben am Himmelfels und hier am Brunnen gut. Dahinter steckt doch ganz gewiss viel ehrenamtliche Tätigkeit. Diese Schilder zeigen doch, wie sehr die Bürger mit ihrer Gemeinde verbunden sind.

In der Beschreibung in „Bruckmanns Wanderführer“ wird auf die Kirche Mariae Himmelfahrt in Eybach hingewiesen, u.a. wegen des Kreuzweges von HAP Grieshammer. Leider war die Kirche am Dienstag geschlossen. Warten, bis sie wieder geöffnet ist, konnte ich auch nicht. Schade. Den Kreuzweg hätte ich mir gerne angesehen.

Ich suchte nun weiter nach meinen Wanderweg. Die Ausschilderung ist eben nicht opimal. Der GPS-Treck hatte mir zwar geholfen, nach Eybach zu finden, andereseits hätte ich auch manchen Zaun überwinden müssen, wäre ich konsequent dem Track gefolgt.

Schließlich fand ich aber den Zugang zum Felsental. Diese Tal ist ein sehr interessantes Stück des Weges „Auf den Geislinger Höhen“. Das Tal wird immer enger, der Weg führt ständig aufwärts.

Dann meint man, es gehe nicht mehr weiter, obwohl pflichtgemäß die „Rote Gabel“ mich nun begleitete. An dieser Stelle half aber dann eine aus Stahl gebaute Treppe, die Felsstufe zu überwinden. Danach ging es aber weiter in Serpentinen bergauf. Schließlich blinzelte die Sonne durch das dichte Laubdach. Ich war wieder auf der Albhochfläche gelandet.

Albhochfläche

Über eine Wiese und dann einen Feldweg ging es weiter. Ich landete zunächt auf einen kleinen Rastplatz.

Rastplatz auf der Albhochfläche

Auf einer kleinen Landstraße kam ich dann rasch nach „Weiler ob Helfenstein“.

Weiler ob Helfenstein

Der Weiler ist ein kleines beschauliches Dorf. Es sind auch nur wenige Schritte und schon ist man auf dem Weg zur Burgruine Helfenstein. Von der Ruine aus hat man schöne Aussichten auf die Stadt Geislingen.

Die Burg wurde so um 1100 erbaut. Zu der Zeit gab es doch nur Pferde, um ohne große Kraftanstrengung von unten (Geilsingen) nach oben (auf die Burg) zu kommen. Ein Pferd war aber damals ein Luxus wie heutzutage ein Mercedes oder gar ein Porsche. Nun male ich mir aus, wie das war, wenn die Helfensteiner Besuch bekamen und die mussten in ihrer Ritterrüstung zu Fuß auf den Berg kraxeln …..

Ich musste nicht hinauf, ich musste hinunter. Dieser Abstieg war wieder steil und in Serpentinen angelegt. Sogar eine Schutzhütte fand ich unterwegs.

Schutzhütte

Es ging aber trotzdem recht schnell und ich stand am Bahnhof Geislingen.

Bahnhof Geislingen

Das Garmin fühte mich sicher, wenn auch nicht mit der Beschreibung des Wanderführers übereinstimmend zu dem Parkplatz, an dem mein Auto stand. Auf dem Weg dahin entdeckte ich noch ein kleines „Hightlight“, oder besser gesagt, eine kleine Besonderheit, ein Eisenbahnübergang ohne Eisenbahnanschluss. Doch seht selbst.

Bahnübergang

Alles in allem war es ein schöner Weg. Das Wetter lies mich auch nicht im Stich. Na ja, die Eybacher Kirche, die läuft mir auch nicht davon.
Der Weg vom Parkplatz aus nach oben war leicht zu finden, der Weg nach unten, nach Eybach, war zweimal zugewachsen. Aber damit muss man eben auch rechnen.