Marlies und Frieder berichten auf
dieser HP über die Bewältigung
ihrer Krebserkrankungen sowie
über die
Whipple-OP von Marlies
Das heutige Datum:

Anfang der 70er Jahre entdeckte ich ein Hobby, das mich auch heute noch fasziniert, das Fotografieren. Ich
befasste mich auch mit dem Entwicklen von Filmen, sowohl schwarz/weiß als auch Farbe. Und die Entwicklung von
Diafilmen blieb mir auch nicht verschlossen. Einige Zeit konnte ich diesem Hobby auch noch nach der Wende fröhnen,
aber heute fehlen mir die Voraussetzungen, eine Dunkelkammer einzurichten. Und die digitale Fotografie hat ein
übriges dazu beigetragen, dass die Dunkelkammer nahezu überflüssig wurde. Ich meine aber, dass ich mit dem Erlernen
des Fotografierens von Anfang an mir Voraussetzungen geschaffen habe, damit ich auch mit der Digitalkamera einige
ansprechende Bilder machen konnte.
Mit der Wende wurden wir arbeitslos. Wir durchforsteten die Zeitungen und wurden fündig in Bayern. In der Nähe von
Augsburg in einem Landgasthof wurde eine Küchenhilfe gesucht. Marlies durfte im Weihnachtsgeschäft zur Probe
arbeiten.
Das war unser Anfang im Westen. Später kam ich nach. Ich fand zunächst in einem Isolierbetrieb eine Anstellung. Der
Vorarbeiter, ein echter Bayer, einer wie der Stoiber, verstand es dann auch, mich zu mobben. Schließlich konnte ich
meine Brötchen in einem Großhandelshaus für Metzgereibedarf, in der Fa. Wiedemann in Augsburg, verdienen. Als
Lagerarbeiter und Kraftfahrer war ich eingesetzt. Wir arbeiteten nicht selten an die 200 Stunden im Monat. Ich
hatte Fleischer in ganz Schwaben und Oberbayern zu beliefern. Nahezu 400 verschiedene Betriebe lernte ich kennen.
Mitunter war ich mehr als zwölf Stunden unterwegs und fuhr eine Strecke von 500 km mit einem 7,5-Tonner.
Im Sommer 1996 fuhren wir im Urlaub nach Frankreich. Wir verbrachten zwei wunderschöne Wochen im Tal der Loire. Wir
kamen am letzten Freitag im August nach Hause. In der Nacht zum Sonnabend mußte ich auf die Toilette. Ich bemerkte,
dass das gesamte Becken voller Blut war. Mir lief ein kalter Schauer über den Rücken. Aber was sollte ich nachts
tun? Am nächsten Morgen erzählte ich Marlies von dem nächtlichen Erlebnis. Die behielt die Nerven. Wir fuhren nach
den Frühstück ins Krankenhaus.
In den darauffolgenden Tagen wurden noch einige Untersuchungen durchgeführt. Letzten Endes bestätigte sich der
Verdacht Darmkrebs.
© Hans-Friedrich Büttner
letzte Aktualisierung: 24.07.2007