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Marlies und Frieder berichten auf
dieser HP über die Bewältigung
ihrer Krebserkrankungen sowie
über die Whipple-OP von Marlies

Das heutige Datum:

 

Frieder


Mieze
Cherry

Mein Darmkrebs Teil 1

Für Freitag, den 13. September war die Operation geplant. Tags zuvor überzeugte sich der Chirurg noch mal mit einer Rektoskopie von seiner Aufgabe. Mir gegenüber brachte er zum Ausdruck, man könne das After erhalten.
Am nächsten Morgen 8.00 Uhr kam ich in den OP-Saal. 18.00 Uhr kam ich wieder heraus. Während dieser Zeit hat man allerhand aus mir herausgeholt, u.a. einen Tumor, den man mit "T3, G3, N3" klassifizierte.

Irgendwann erwachte ich auf der Intensivstation. Stark gedämpftes Licht ist mir in Erinnerung. Und Schmerzen. Aber dagegen gab es ein prima Mittel. Eine Spritze, und ich war wieder im Reich der Träume. Beim zweiten Erwachen verspürte ich auf meinem Bauch etwas, was da nicht hingehörte. Da wußte ich, daß ich keine Schließmuskel mehr hatte. In dieser Situation war das für mich aber nicht das Wichtigste. Wichtig war, dass ich überhaupt noch da war. Drei Tage lag ich auf der Intensivstation. Dann kam ich zurück auf die Pflegestation. Ich dachte schon, es ginge aufwärts mit mir, als mich während eines Besuches von meiner Frau und meiner Mutter ein heftiger Anfall von Schüttelfrost heimsuchte. Das herbeigerufene medizinische Personal wußte nur eines, ich muß auf Intensiv. Sonografie und Nierenröntgen, ein aufstrebender junger Arzt diagnostizierte einen Schaden an einer Niere, die müßte heraus. Bei dieser Perspektive traten mir die Tränen in die Augen. Da entschied der Chefarzt, heute wird nicht operiert, und morgen wird noch mal untersucht.

Am nächsten Morgen waren meine Nieren in Ordnung und mit mir ging es aufwärts. Später bestätigte mir der Anästhesist, eine verschmutzte Kanüle habe den Schüttelfrost ausgelöst.
Eine Episode von der Intensivstation ist mir noch in Erinnerung. Zwei Tage nach dem Schüttelfrost ging es mir schon wieder relativ gut. Nun waren aber schon fast 14 Tage vergangen, ohne daß ich hätte duschen oder gar baden können. Also fragte ich den Chefarzt. Und der erlaubte mir, auf der Intensivstation zu duschen. Natürlich mußte jemand auf mich aufpassen. Ein Wasserstrahl auf meinem nackten Körper, das war wie Weihnachten und Ostern zusammen.

Nach drei Wochen konnte ich das Krankenhaus verlassen, und zwar auf meine Füßen. Ich konnte die wärmenden Strahlen der Herbstsonne genießen. Ich habe bis dahin die Sonnenstrahlen noch nie so bemerkt. Es war ein völlig neues Lebensgefühl.

Nach der Operation verwendete ich ein zweiteiliges Versorgungssystem. Meine Marlies hat die Handhabung der Stomaversorgung noch im Krankenhaus mit erlernt. Probleme hatte ich bisher nicht gehabt. Das schließt nicht aus, daß ab und zu mal ein kleines Malheur passierte. Aber welcher Stomapatienten blieb denn davon verschont?

Während der AHB in Lindenberg im Allgäu erlernte ich das Irrigieren. Das ist möglich, weil mein Restdarm dafür noch lang genug ist. Nun irrigiere ich seit vielen Jahren. Ich komme gut damit zurecht, zumal ich mir dafür genug Zeit nehme. Außerdem kann man Zeit nutzen, um Zeitung zu lesen.

Zu Menschen, mit denen ich ständig zu tun habe, bin ich immer von Anfang an ganz offen gewesen. Ohne mich und meine Erkrankung in den Vordergrund zu stellen, erzählte ich von meinem Stoma. Damit stieß ich immer auf Verständnis.

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© Hans-Friedrich Büttner
letzte Aktualisierung: 24.07.2007